Wohnungseigentumsrecht

Weder Eigentum noch Miete

Wohnungseigentümer nehmen eine besondere Rechtsstellung ein. Sie sind zwar Eigentümer eines abgeschlossenen Teiles eines Haus. Dennoch ist es ihnen verwehrt, sich außerhalb ihrer Wohnung wie Eigentümer zu verhalten. Stets muss die Gemeinschaft befasst werden, wenn am Gemeinschaftseigentum Änderungen durchgeführt werden sollen. Auch die Betriebskosten werden gemeinschaftlich verwaltet. Die Verwaltung der Gemeinschaft übernimmt in vielen Gemeinschaften der Wohnungseigentumsverwalter. Dies ist eine extern beauftragte Person, die für die Gemeinschaft tätig wird. Der Verwalter hat im Rahmen des Gesetzes und aufgrund besonderer Beauftragung der Gemeinschaft tätig zu werden. Die Gemeinschaft selbst handelt durch Beschlüsse, die in der Wohnungseigentümergemeinschaft gefasst werden. Vieles wird durch Mehrheitsentscheidung beschlossen. Es gibt jedoch teils klare, teils weniger klare Grenzen, die eine gemeinsame Entscheidung von allen Eigentümern (Vereinbarung) erfordern.

In vielen Fällen „Richterrecht“

Das Wohnungseigentumsgesetz selbst besteht aus ca. 60 Vorschriften. Zu wenig, um eine umfassende gesetzliche Regelung für das Wohnungseigentum zu schaffen. Hinzu kommt neben der Teilungserklärung auch die Gemeinschaftsordnung, welche ebenfalls weitere Regelungen beinhalten kann. Bei letzteren handelt es sich jedoch überwiegend um immer wieder genutzte Mustertexte. Daher hat das Wohnungseigentumsrecht im Laufe der Jahre viele Konturen durch die Rechtsprechung erhalten. Der Blick alleine in das Wohnungseigentumsgesetz reicht daher heute nicht mehr aus, um Rechte und Pflichten der Eigentümer, der Gemeinschaft und der Verwaltung beurteilen zu können. Der Umgang in diesem Rechtsgebiet erfordert viel Erfahrung und ständige Fortbildung. Schon bei der Prozessführung lauern unzählige Fallstricke, welche regelmäßig den Erfolg eines Rechtsstreites schon von Beginn an ruinieren.

Fristen!!!

Benötigen Sie rechtlichen Rat im Wohnungseigentumsrecht müssen sie Kenntnis von einigen Fristen haben:

  1. Beschlüsse können nur innerhalb eines Monats nach der Beschlussfassung durch die Anfechtungsklage erhoben werden. Achtung! Die Frist beginnt nicht erst zu Laufen, wenn das Protokoll zugestellt wurde. Die Monatsfrist beginnt mit der Beschlussfassung, also meist mit dem folgenden Tag der Versammlung, an zu laufen.
  2. Die Frist der Einberufung soll, sofern nicht ein Fall besonderer Dringlichkeit vorliegt, mindestens zwei Wochen betragen.
  3. Die Beseitigung von nicht genehmigten Baumaßnahmen muss innerhalb der regelmäßigen Verjährung nach 3 Jahren geltend gemacht werden.

Mehr Wohnungseigentumsrecht?

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